Zurückgelassen
Über zwanzig Jahre habe ich dieses Land, meine Heimat nicht betreten. Kein Groll, Hass oder gar Angst hat mich abgehalten, sondernde Furcht vor meinen eigenen Gefühlen die ich dann spüre. Nun bin ich hier, an meinem Geburtsort. Aufgewachsen und selbstbewusst geworden. Glückliche Jahre ohne Sorgen, meine Eltern waren reich, meine Geschwister liebevoll und meine Freunde eine Stütze. Unser Haus steht nicht mehr, ich weiß nicht was damit geschah und will es nicht wissen. Es ist ja eh nicht mehr da. Die Stadt ist gewachsen, riesig geworden und gänzlich anders als ich sie in Erinnerung hatte, glanzvoll aber nicht glamourös. Was für Feiern wurden hier überall veranstaltet. Lernte meinen Mann hier kennen und lieben. Waren so glücklich, hier und später in München, unser neues zuhause, auf Zeit was ich nicht ahnte. War nie naiv aber verschloß die Augen vor dem was drohte. So etwas kann nie wahr werden, Unsinn alles. Früh wurden wir gewarnt aber nahmen es nicht ernst. Lebten glücklich weiter und hielten unseren Stand, unser Ansehen.
Erst als Freunde verschwanden, in ferne Länder oder manche spurlos wachten wir auf und begriffen. Mein Mann traf Vorbereitungen, die Kinder und ich traten eine reise an, unauffällig auffällig wie es sich für unsere Gesellschaft ziemte. Wir waren in Sicherheit, mein Mann regelte daheim den Rest. Er hatte Glück und konnte unbehelligt das Flugzeug besteigen. Wir hatten Glück, andere nicht.
Ich habe meinen Frieden geschlossen. Es war eine andere Zeit, eine schrecklich die sich nie wiederholen darf. Historie kann nicht geändert werden und heute trägt niemand Schuldt mit sich herum.
Jeder einzelne Mensch sollte nur für sich den Frieden finden und dafür sorge tragen das sich keinerlei Grausamkeit der Geschichte wiederholt. Niemand trägt die Schuld anderer auf seine Schultern, immer nur die Eigene, aber lernen kann jeder daraus.
